Story: Kategorie Mutter - Muttertypen von A bis Z

Teaser: Die deutsche Sprache macht es sich leicht, den weiblichen Elternteil einfach als "Mutter" zu bezeichnen. Mütter hingegen legen Wert auf eine sehr feine Differenzierung zwischen verschiedenen Muttertypen. In dieser humorvollen Story erfahren Sie mehr über die feinen Unterschiede in der Welt der "Mütter".

Mütter sind auch nur Menschen....

....aber was für welche? Das frag' ich mich manchmal angesichts dessen, was mir im Zusammentreffen mit anderen Müttern schon alles passiert ist. Ich gehöre wohl zu der Kategorie Mütter „dummes Schaf“. Denn ich denke immer noch, etwas eint uns. Nach meiner Philosophie haben wir doch ein Grundthema, unsere „Kinder“.

MuttertypenAber das sehen die anderen Mütter ganz anders. Es wird unterschieden zwischen: "Jungsmama" - und - "Mädchenmama". Nun denkt sich so eine „dumme Schaf-Mutter“, wie ich: „gut das ist ein Unterscheidungskriterium nach Geschlechtern der Kinder. Ein etwas einseitig gewähltes Kriterium, aber mit Einfachheit kann ich ja von Haus aus gut umgehen!“

Aber weit gefehlt! Es sind Fronten, die sich da aufbauen. "Jungsmamas" werfen "Mädchenmamas" vor, sie seien zu zimperlich mit ihren Töchtern, so dass sich diese nichts zutrauen. Dagegen halten nun die "Mädchenmamas", indem sie den "Jungsmamas" vorwerfen, dass diese grob-motorische, emotionslose, dumpf-drauflos-hauende Jungs erziehen.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass "Jungsmamas" zu ihren Jungs, nicht kleiner Junge sagen, sondern meistens „kleiner Mann“? Es käme doch einer "Mädchenmama" nie in den Sinn zu ihrer kleinen Tochter „kleine Frau“ zu sagen, oder? Aber damit nicht genug Schubladen geöffnet und Horizonte eingeschränkt. So einfach ist das nicht, denn es gibt ja noch Mütter, die Kinder beiderlei Geschlechts haben, sprich, die mehrere Kinder haben.

Wenn ich ehrlich bin, fällt mir zu denen eigentlich nichts negatives ein, denn es sind mir die liebsten Mütter. Aber wir brauchen ja auch für sie eine Schublade, denn Erwähnung sollten sie auf jeden Fall finden. Ich nenne sie ehrlich und aufrichtig die „entspannten Vollblutmamas“. Warum sie bei mir so gut weg kommen?

Ist doch klar! Sie können sie jederzeit um Hilfe fragen. Ihnen ist es egal ob zu der eigenen Horde von 3 bis 5 Kindern noch 1 bis 5 Kinder dazukommen. Sie stellen einfach noch ein wenig mehr Geschirr auf den Tisch und dann passt das schon und jeder wird satt. Ihnen fehlt einfach die Zeit, sich mit der Theorie, dem Lesen irgendwelcher Ratgeber zu beschäftigen. Sie sind die Mütter der Taten. Häufig findet man sie bei wohltätigen Gemeinschaftsarbeiten, die sie auch mal eben so nebenbei erledigen. Respekt vor diesen Müttern!

Und nun last but least kommen noch die „Mütter von Einzelkindern“. Sie merken schon an der Wortwahl, dass sie nicht so glimpflich bei mir wegkommen. Ich will Ihnen auch sagen wieso, anhand von Erlebnissen aus meiner jüngsten Vergangenheit. Diese Mütter richten ihren Fokus einzig und allein auf ihr Kind. Es sind diejenigen, die locker und flockig, kleinere Kinder umschupsen, damit sich ihr größeres Kind den besten Platz, natürlich gemeinsam mit ihnen, ergattern kann.

Sie sind es auch, die sich über Babys und Kleinkinder beschweren, die sich aus ihrer Sicht ungebührlich verhalten. Sie falten die frisch gebackene, vom Schlafmangel befallene Mutter auf die Größe einer Briefmarke zusammen, wenn deren Baby schreit, weil sie sich noch nicht daran gewöhnt hat, ihr Kind aus der Winterkleidung zu pulen, sobald sie ein Geschäft betritt.

Mutter mit KindernSie schimpfen kleine Kinder, die ihren Entdeckungssinn gerade auf ihre Handtasche ausrichten und strafen die Mutter, die das noch nicht mitbekommen hat, mit messerscharfen Blicken. Manchmal können sie sich dabei noch auf ihre zynischen, schmalen Lippen beißen und sich eines Kommentars enthalten. Am besten gehen Sie als „frisch gebackene Mutter“ aber schnell in Deckung, denn dieser Zustand hält meist nicht lange an.

Wenn Sie es dann doch - wie ich - geschafft haben, Ihre Kinder vorbei an diesen „Muttermonstern“ aus dem Kleinkindalter ins Schulkindalter zu begleiten, dann Gnade Ihnen, wenn es dann mit der Schule losgeht. Sie ahnen nicht, wie fies „Mütter von Einzelkindern“ sein können, wenn Sie Ihnen in irgendeiner Form Futter geliefert haben. Wie, fragen sie mich jetzt? Das kann ich Ihnen nicht beantworten, das liegt meist im Verhalten der Kinder begründet, natürlich im Verhalten der eigenen Kinder.

Ich habe nun zwei völlig unterschiedliche Kinder. Das eine gibt ihnen Anlass zu Kommentaren und klugen Ratschlägen, weil es still und zurückhaltend ist. „Da musst du mal was machen, die kriegt ja die Zähne nicht auseinander, dabei kennt sie mich doch nun schon so lange, ich bin ihr doch nicht fremd!“ Oder sie wenden sich gleich an Ihr Kind: „Du solltest dringend etwas an deinem Sozialverhalten ändern!“, sprach das Muttermonster zu meiner 5-jährigen Tochter.

Und ich, das „dumme Schaf-Mütterchen“, stehe wortlos daneben und kriege nicht einmal ein „Mäh“ heraus. Nachdem meine Leitung vom Hirn zum Mund nicht mehr blockiert war und ich aus der Schockstarre erwacht bin, greife ich zum Telefon: „ Hallo.....!“ „Hallo Soundso, was gibt's?“, fragt sie mich mit zuckersüßem Unterton - ich habe noch gar nicht realisiert, dass sie schon dran ist.

Ich wahre die Kontenance und frage höflich: „Hast du einen Moment Zeit, ich möchte etwas mit dir klären!“ Aus leidvoller Erfahrung habe ich schon gelernt, ihnen besser freundlich zu begegnen! Denn sie verfügen über ein Potential, das sich mir nicht erschließt. Geht es um ihr „einziges Kind“, werden sie zur kämpfenden Löwin und beißen einem gnadenlos den Kopf ab, wenn man sich ihnen in den Weg stellst.

Vorsichtig habe ich mir zurecht gelegt, was ich sage, denn Ignoranz führt zu nichts. Das habe ich schon probiert und es ermutigt sie nur noch mehr zu absolutem Fehlverhalten, weil sie denken, sie müssen einem selbst noch mehr den rechten Pfad zeigen, denn man ist ja als Mutter der eigenen Kinder völlig inkompetent und in der Mutterrolle für die Gesellschaft nicht tragbar.

Ich vergewissere mich noch, ob die Kinderzimmertür zu ist und meine Kinder mich weder hören noch sehen können, denn jetzt betrete ich die Höhle der Löwin: „Was denkst du dir eigentlich was meine 5-jährige Tochter davon halten soll, wenn du ihr aus einem mir unbekannten Anlass an den Kopf wirfst, sie solle ihre Sozialkompetenz ändern? Sie kennt die Bedeutung des Wortes nicht einmal!“

Satz und Sieg, sie macht eine gedankliche Pause und nun wird das verbale Feuer eröffnet. Wie gut, dass ich nur den Telefonhörer in der Hand halte und ihr nicht gegenüber stehe! Nun erzählt sie mir von dem Verhalten, das meine Jüngste in der Schule an den Tag gelegt hat und wie schlecht sich ihre Tochter behandelt fühlt.

Typen von MütternIch sage ihr ehrlich, dass ich verstehen kann, dass sie das trifft und dass es mir für ihre Tochter leid tut, aber ich dennoch auch den Standpunkt meiner Tochter verstehen kann, die eben kein Einzelkind ist und sich auch gelegentlich gegen größere und ältere Kinder durchsetzen muss.

Mein Vorschlag doch die Kinder entscheiden zu lassen, ob sie miteinander zurecht kommen und auch miteinander spielen wollen und wenn sie es nicht wollen, es dann auf sich beruhen zu lassen, fruchtet nicht. Denn nun kommt von ihr das erste Einlenken: „Ich denke schon, dass meine Tochter mit deiner Tochter spielen will, aber so wie sich deine Tochter verhält, geht das nicht! Aber deshalb brauchen wir uns ja nicht zu streiten, ich trinke ja gerne mal einen Kaffee mit dir!“

„Gut dann ist ja jetzt alles geklärt!“ Wir verabschieden uns freundlich am Telefon, aber mir ist schon klar, dass es kein ungezwungenes Miteinander zwischen den Kindern mehr geben wird.

Wo ist eigentlich die gute alte Zeit hin, wo die Kinder ihre Verabredungen noch ohne ihre Mütter getroffen haben und die Mütter nicht nebenan in der Küche gesessen und versucht haben, passend zu machen, was nicht zusammen passt?

Viel Spaß mit Ihrer Familie!

18.06.2012 © seit 02.2009 Page Angel  
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